ANFAHRT

DOWNLOAD

LesArt

10178 Berlin, Weinmeisterstraße 5, Tel: +49 (0)30 282 97 47, info@lesart.org

Berliner Zentrum für
Kinder- und Jugendliteratur

PROJEKTE

A wie Alphabet 2024/25

Im Schuljahr 2024/2025 fanden insgesamt 50 LesArt-Veranstaltungen im Rahmen der LesArt-Veranstaltungsreihe
A wie Alphabet – spielend lesen und schreiben lernen statt, in Kooperation mit Berliner Schulen.

Im Mittelpunkt des Projekts zur Lese-, Sprach- und Literaturförderung standen außergewöhnliche Bilder- und Kinderbücher.

Das mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete textlose Bilderbuch Die ganze Welt von Katy Couprie und Antonin Louchard (Gerstenberg Verl.) war Ausgangspunkt und verbindendes Element aller Veranstaltungen in allen Altersgruppen: fünf zweite Klassen, zwei Willkommensklassen und zwei fünfte Klassen. 

Mit den von LesArt erstellten, zum Assoziieren einladenden Karten mit den Bildern aus Die ganze Welt sammelten die Kinder im Rahmen der interaktiven Vormittage einzeln und gemeinsam Wörter, tauschten Erfahrungen und Wissen miteinander aus, erfanden Geschichten und hielten diese in Text und Bild fest. Die Karten aus Die ganze Welt wurden für jede einzelne Veranstaltung in jeweils andere Zusammenhänge gebracht.

Veranstaltungen für die 2. Klassen

Neben dem Buch Die ganze Welt beschäftigten sich die 2. Klassen mit den Büchern Maus mit Haus von Jonathan Stutzman und Isabelle Arsenault (NordSüd Verl.), Unheimliche Begegnungen auf Quittenquart von Nadia Budde (Peter Hammer Verl.) und Wazn Teez? von Carson Ellis (NordSüd Verl.).

Die Bildkarten der Ganzen Welt führten die Kinder an einen literarischen Ort: einen „ganz gewöhnlichen Hügel“ mit hohem, grünem Gras und Sicht auf den Himmel. Dort hielten die Kinder Rast bei der „Maus mit Haus“. Die Begegnungen der Maus mit obdachsuchenden Reisenden wurden in den Klassen szenisch aufbereitet. In Auseinandersetzung mit den Themen Hilfsbereitschaft, Offenherzigkeit und Gastfreundschaft schufen die Kinder in bildkünstlerischen Werkstätten farbenfrohe Collagen.

Bei einem Besuch im LesArt-Haus starteten die Klassen gemeinsam mit Franziska Böhnisch und Sylvia Habermann zu einem Ausbildungsflug ins All und hatten „Unheimliche Begegnungen auf Quittenquart“. Aufgrund des vorherigen Ausbildungsprogramms (Wissensvermittlung, Techniktraining, Erarbeitung von Verhaltensregeln bei Erstkontakt mit außerirdischen Lebensformen) waren sie gut vorbereitet. Tolerant, mutig und respektvoll näherten sich die Kinder den Quittenquart-Bewohnern.

Im zweiten Halbjahr regten Frühlingskarten aus Die ganze Welt zum Erforschen der Natur ein. Das Bilderbuch Wazn Teez? von Carson Ellis (NordSüd Verl.), das den Kreislauf des Keimens, Wachsens, Blühens und Vergehens einer Pflanze zeigt, rückt auch den die Pflanze umgebenen Mikrokosmos inklusive Insektensprache in den Mittelpunkt. Dabei setzten sich die Kinder spielerisch-kreativ mit Themen wie Natur, Zeit, Freundschaft oder Zusammenhalt auseinander.

Wazn Teez? von Carson Ellis  

In der Rezension zum Buch heißt es:

„Das Bilderbuch bietet einen spielerischen Umgang mit Sprache und trifft den Witz und Spaß an Wortexperimenten und Buchstabenquatsch von Vorschulkindern. Es regt an, eine eigene Phantasiesprache zu den Bildern zu entwickeln oder durch das Vorlesen der Nonsens-Tiersprache eigene Geschichten zu erfinden …“

Das Buchcover führt zur Rezension auf www.der-rote-elefant.org

In drei aufeinander aufbauenden Veranstaltungen wurde die Entwicklung der Pflanze unter die Lupe genommen, der Kulturraum und die sprachlichen Gepflogenheiten rund um die Pflanze gemeinsam analysiert.

Alle Kinder übernahmen als Naturforscher*innen Verantwortung für eine echte Pflanze und beobachteten und dokumentierten das Keimen und Wachsen einer Bohne.

Als Sprachforscher*innen erschlossen sich die Kinder lauschend, fragend, vergleichend und reproduzierend die Besonderheiten der Insektensprache und entwickelten ein Verständnis für diese. 

Veranstaltungen für die Willkommensklassen

Nach dem Einstieg in Die ganze Welt suchten die Kinder aus den Willkommensklassen nach winterlichen Bildmotiven. Sie zeigten einander pantomimisch, was sie im Schnee unternehmen würden. Eine Schlittschuhrunde durch den Veranstaltungsraum führte zu Tierspuren im Schnee. Der weitere Weg durch die Winterlandschaft wurde von Geräuschen begleitet, führte durch einen Schneesturm, hin zu einer rettenden Hütte. Dort erlebten die Kinder – mittels des Bilderbuchkinos zu Es klopft bei Wanja in der Nacht von Tilde Michels und Reinhard Michl (Oetinger Verl.) – wie Hase, Fuchs, Bär und Mensch zusammen friedlich die Nacht verbringen. Die Erzählung untermalten die Kinder mit Schneesturmgeheul, Tierlauten und den jeweiligen Klopfgeräuschen an Wanjas Tür.

In der darauffolgenden Veranstaltung standen ausgewählte Karten aus Die ganze Welt wiederum am Anfang und führten zur Geschichte 3 Wünsche für Mopsmann (Thienemann Verl.). Der morgenmufflige Protagonist des Bilderbuches von Sebastian Meschenmoser wurde bei seinem Start in den Morgen begleitet. Die Kinder verfolgten die Morgenroutinen des Mopsmanns und berichteten von ihren eigenen. Die drei vom Mopsmann geäußerten Wünsche (Kaffee, Müsli, Zeitung) wurden auch den Kindern erfüllt: gemeinsam konnte gefrühstückt werden.

Im Frühjahr nahm Der kleine Käfer Immerfrech von Eric Carle (Gerstenberg Verl.) die Kinder über mehrere Veranstaltungen auf seinen Flug mit. Mit viel Spielfreude stellten sich die Kinder der Herausforderung, nach Blattläusen zu suchen, den Tageslauf des Käfers anhand der Uhrzeit zu bestimmen und – in der Rolle des Käfers – den größeren Tieren frech und selbstbewusst entgegenzutreten. 

Veranstaltungen für die 5. Klassen

Bildkarten aus Die ganze Welt mit Bezug auf Märchen, Abenteuer-, Liebes- und Tiergeschichten führten die Kinder der 5. Klassen zum Buch Despereaux – Von einem der auszog das Fürchten zu verlernen von Kate DiCamillo (dtv). Ausgerüstet mit „sehr besonderen“ Ohren spitzten die Kinder ihre Hörorgane und lauschten dem Klang geheimnisvoller Wörter und Sätze.

Das „Es war einmal…“, welches den Mäuserich Desperaux in sein Abenteuer gelockt hatte, lotste die Fünftklässler*innen zu einem weiteren literarischen Abenteuer.

Der überausstarke Willibald von Willi Fährmann ließ sie über Schwächen und das Starksein von Mäusen und Menschen nachdenken und diskutieren. Die Klassen testeten in Spielsituationen ihr Rudelverhalten, inklusive eines spektakulären Turmbaus. Belohnt wurde der Zusammenhalt aller mit Mäusespeck.

Projektleiterin Maike Storf entwickelte ausgehend von den Büchern für alle Schulveranstaltungen Konzepte sowie spezifische Materialien. Zudem gab sie den Lehrkräften Impulse zur Weiterarbeit in Form von Literaturempfehlungen oder Veranstaltungshinweisen.  

Das Projekt bietet die Chance, mit Kindern über einen längeren Zeitraum hinweg in literarisch anspruchsvolle Geschichten interaktiv-spielerisch einzutauchen und sich mit ihnen über Figuren und Geschehnisse im Gespräch und in kreativen Werkstätten auszutauschen. Ziel ist es, allen Kindern eine gute Begegnung mit Literatur zu ermöglichen, ihr Leseinteresse zu wecken und sie – im besten Falle – für Geschichten, Bücher, für das Lesen zu begeistern.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung und Erweiterung des Projektes im Schuljahr 2025/2026!