Die Stadt ist groß
Literarischer Schauplatz Berlin
Parole Emil - 70 Berliner Grundschulklassen machen eine Emil-Zeitung
Alles was geschieht, kommt in die Zeitung. Es muss nur ein bisschen außergewöhnlich sein,
schrieb Erich Kästner 1929 im Vorspann zu Emil und die Detektive. 1999 wäre Kästner 100
Jahre alt geworden, sein Kinderbuchklassiker wurde 70. Außergewöhnlich genug, um in die
Zeitung zu kommen? LesArt meinte ja und lud 70 Grundschulklassen der Stufen 4 und 5 dazu
ein, beide Geburtstage mit einer eigenen Zeitung zu feiern.
Und wie machte man eine Emil-Zeitung?
Eine ganztägige Fortbildung für Lehrerinnen bereitete das Projekt vor und erprobte
journalistisches know-how, Gestaltungsvarianten, Möglichkeiten literarischer Spurensuche
usw. Gearbeitet wurde u.a. natürlich mit dem Buch selbst, mit der Kinderzeitung Kiek mal,
mit biographischem Material zu Erich Kästner und mit Informationen zu den literarischen
Schauplätzen des Buches. Jede Lehrerin zog für ihre Klasse ein Los mit einer bestimmten
Aufgabe, die unbedingt bearbeitet werden musste, um die journalistische Vielfalt innerhalb
der Zeitung zu garantieren. (Es konnte auch getauscht werden.) Alle anderen Beiträge standen
den Kindern frei. Jede Klasse stellte also eine eigene Emil-Zeitung zusammen, bestehend aus
journalistischen Text- und Bildformen. Der geloste Beitrag, wie z.B. ein fiktives Interview
mit dem Autor Erich Kästner, ein Porträt von Pony Hütchen, Leserbriefe an Herrn Grundeis-
Müller-Kiesling, Gustav und Emil, eine Bildergeschichte, ein Bildersuchspiel, ein Kreuzworträtsel, ging in die gemeinsame Zeitung ein.
Und was geschah mit den druckfrischen Zeitungen?
Das Abschlussfest fand natürlich am literarischen Ort statt, im Kino Zoo-Palast. Dort sahen
die jungen Zeitungsmacher, rund 2000 Kinder, ihre Zeitung in Form einer Dia-Show und zur
Belohnung die Neuverfilmung von Kästners Pünktchen und Anton. Beim Verlassen des Kinos
nahmen die Kinder 5 Exemplare ihrer Emil-Zeitung in Empfang, um sie in der Stadt zu
verteilen. (Die Auflage betrug dank der Unterstützung des Cecilie Dressler-Verlages und des
Verlages dtv 12 000 Exemplare.)
Die gedruckte Ausgabe ist inzwischen vergriffen. Hier gibt es den vollständigen Reprint:
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